Lomi Lomi Massage ist Trancearbeit
Warum tiefe Entspannung mehr ist als Abschalten
Viele Menschen beschreiben nach einer Lomi Lomi Massage einen Zustand tiefer Ruhe. Die Gedanken werden leiser, der Atem weiter. Der Körper fühlt sich verbundener an. Viele nennen das schlicht Entspannung.
In meiner Erfahrung greift dieser Begriff zu kurz. Was in einer Lomi Massage geschieht, ähnelt in vielem einem Trancezustand – nicht im spektakulären Sinn, sondern als natürlicher Zustand von Präsenz, Offenheit und innerem Kontakt.
Stefan Surber – Gründer von KahiLomi
Aloha 🌺dieser Artikel steht für sich.
Gleichzeitig ist er Teil einer Reihe von Texten, in denen ich beschreibe,
wie ich Ganzheitliche Lomi-Therapie verstehe
– als Verbindung von Massage, Körperarbeit, Präsenz und Prozessbegleitung.
Trance ist ein natürlicher Zustand
Trance ist nichts Ungewöhnliches. Du kennst sie aus deinem Alltag: wenn du ganz in Musik versunken bist, wenn du beim Gehen merkst, dass du schon viel weiter bist als gedacht, wenn du beim Lesen oder Zuhören die Umgebung für einen Moment vergisst.
Der Körper bleibt dabei wach, organisiert sich aber anders. Die Aufmerksamkeit wandert nach innen, Reize treten in den Hintergrund, das Nervensystem reguliert sich.
Genau solche Zustände entstehen in der Lomi Lomi Massage oft von selbst. Niemand muss sie herbeiführen.
Was mit Trance hier nicht gemeint ist
Wenn von Trance die Rede ist, entstehen bei manchen Menschen Bilder von Kontrollverlust, Show-Hypnose oder „Wegsein“. Das meine ich mit Lomi-Arbeit nicht.
Trance beschreibt hier einen natürlichen Zustand veränderter Aufmerksamkeit. Der Körper ist wach, die Gedanken werden leiser, die Wahrnehmung richtet sich nach innen. Du bist präsent, ohne dich anzustrengen.
Diesen Zustand kennst du bereits aus deinem Alltag: wenn du ganz bei dir bist, ohne etwas tun oder erreichen zu müssen.
In der Lomi Lomi Massage lässt sich Trance nicht machen. Sie entsteht dort, wo innere Sicherheit, rhythmische Berührung und eine klare, präsente Beziehung einen Rahmen schaffen, in dem sich die Aufmerksamkeit nach innen verlagern kann.
Warum Lomi Trance begünstigt
Lomi arbeitet mit den Händen – mit Rhythmus, Wiederholung und Kontinuität. Die langen, fließenden Berührungen laden den Körper ein, Kontrolle abzugeben. Anfänge und Enden verschwimmen zu Übergängen.
Hinzu kommen ein geschützter Raum, eine präsente, klare Haltung der gebenden Person und das Gefühl, getragen zu sein. All das sendet dem Nervensystem eine klare Botschaft: Du darfst loslassen. Du bist sicher.
Trance entsteht hier durch Beziehung, Berührung und Vertrauen, nicht durch Suggestion.
Trance beginnt nicht erst auf der Liege
In meiner Arbeit zeigt sich immer wieder: Der Trancezustand beginnt oft vor der eigentlichen Massage. Er beginnt im Ankommen, im Gespräch, im gemeinsamen Atmen – im ersten Moment von Stille.
Lädst du jemanden ein, kurz nach innen zu spüren, den Körper wahrzunehmen, den Atem zu fühlen, verändert sich bereits etwas. Die Aufmerksamkeit verlagert sich vom Erzählen ins Erleben.
Dieser Übergang ist entscheidend. Denn hier wird aus der Massage ein Erlebnis. Berührung vertieft, was bereits begonnen hat.
Trance ist kein Weg-von-etwas
Ein häufiges Missverständnis versteht Trance als eine Art Wegtreten, als Abschalten oder Nicht-mehr-da-sein. In der Lomi erlebe ich meist das Gegenteil: Menschen kommen tiefer bei sich an.
- Körperempfindungen werden deutlicher
- Emotionen klarer
- innere Bilder lebendiger
Trance bedeutet hier ein anderes Bewusstsein, nicht weniger davon. Eines, das weniger bewertet und mehr wahrnimmt.
Warum das für Prozesse wichtig ist
In Trancezuständen verändert sich, wie du Erfahrungen verarbeitest. Der Körper bekommt Zugang zu Informationen, die der Alltag oft übergeht.
Der Trancezustand kann dabei die Selbstheilungskräfte des Körpers aktivieren. Er wirkt entlastend und regulierend und schafft Bedingungen, unter denen sich der Körper selbst reguliert. Viele KlientInnen berichten, dass sie:
- Zusammenhänge spüren, ohne sie analysieren zu müssen
- innere Spannungen wahrnehmen, ohne sie erklären zu können
- Lösungen fühlen, statt sie zu denken
Diese Form des Erlebens lässt sich nicht erzwingen. Sie entsteht, wenn der Rahmen stimmt. Die Lomi Lomi Massage bietet dafür einen besonders geeigneten Raum.
Berührung als Begleitung
In diesem Verständnis geht es in der Lomi nicht darum, etwas zu bewirken, sondern darum, Raum zu halten. Die Berührung folgt dem Körper, sie gibt nichts vor. Sie begleitet, was sich zeigen möchte.
Gerade in Trancezuständen ist diese Haltung entscheidend. Denn der Körper weiß oft selbst, was gerade dran ist – wenn er nicht gestört wird.
Lomi als Erfahrungsraum
Verstehst du Lomi Lomi Massage als Trancearbeit, verändert sich der Blick auf sie. Sie wird zur Einladung statt zur Technik, zum Begleiten statt zum Tun, zum Dasein statt zum Eingreifen.
Die Massage wird zu einem Erfahrungsraum, in dem Menschen sich selbst begegnen können – auf körperlicher, emotionaler und innerer Ebene. Genau darin liegt ihre besondere Tiefe.
Wenn dich diese Art von Lomi anspricht und du tiefer eintauchen möchtest:
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Im Lomiletter teile ich Gedanken, Erfahrungen und Hinweise aus meiner Arbeit.